Grenzorte bereiten Jubiläen vor

In Suderwick und Dinxperlo hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Feier zur Rückgabe von Suderwick-West vor 60 Jahren in diesem Sommer koordiniert. Weitere Jahrestage in beiden Orten stehen 2024 und 2025 an.

Lesen Sie HIER den originalen BBV-Artikel von Jochen Krühler:

Dank an das BBV (Bocholter Borkener Volksblatt) und Jochen Krühler für die Veröffentlichung auf dieser Website.

BOCHOLT-SUDERWICK Auf Suderwick und Dinxperlo kommen in diesem Jahr und den beiden Nachfolgejahren drei besondere Jubiläen zu. In diesem Jahr feiert Suderwick den 60. Jahrestag der Wiedervereinigung mit dem zwischenzeitlich von den Niederlanden besetzten Suderwick-West. 2024 jährt sich zudem die niederländische Annexion von Suderwick-West zum 75. Mal. Und 2025 wollen die beiden Grenzorte der Befreiung von Dinxperlo vor 80 Jahren nach der deutschen Besat-zung gedenken.

Alle drei Jubiläen sollen in „Dinxperwick“ entsprechend gewürdigt und gefeiert werden. Dazu hat sich jetzt auf Initiative von Johannes Hoven (Heimatverein Suderwick), Bertie Bussink (Stiftung Historisch Dinxperlo) und Marijke Verschoor-Boele (Grenzlandmuseum Dinxperlo) ein Arbeitskreis gebildet, der die vielen geplanten Aktivitäten rund um die drei Jubiläen koordinieren soll.

Klar ist schon jetzt: Am Freitag, 5. Mai, soll es in diesem Jahr ein „Freiheitsmahl“ auf dem Prins Claus Plein in Dinxperlo geben, um an die Befreiung Dinxperlos von der deutschen Besatzung 1945 zu gedenken. Und: Am 1. August wird es eine Feier zur Wiedervereinigung Suderwicks vor 60 Jahren geben. Für beide Termine haben sich bereits zwei Projektgruppen gebildet, die später auch an weiteren Projekten für 2024 und 2025 weiterarbeiten sollen, teilt Marijke Verschoor-Boele mit.

Das Freiheitsessen am 5. Mai auf dem Prins-Claus-Plein soll in Zusammenarbeit mit dem Dinxperloer Wochenmarkt stattfinden. Gegen eine geringe Gebühr soll jeder mitessen können – vorausgesetzt, es sind noch Plätze frei. „Der Dinxperloer Markt ist ein grenzüberschreitender Markt“, sagt Verschoor-Boele. „Es ist eine gemischte Gruppe von Niederländern und Deutschen, die den Markt jede Woche besuchen und so dem Dinxperse Markt seinen eigenen Charakter verleihen.“

Am Programm für den 1. August zur Wiedervereinigung Suderwicks vor 60 Jahren wird derweil noch gearbeitet. Klar ist bereits: Die Bürgermeister von Aalten und Bocholt sollen an diesem Tag eine Grenzmarkierung am Tenbenselweg am Holtwicker Bach in Suderwick enthüllen, erklärt Johannes Hoven. „Anschließend veranstaltet die Projekt-gruppe ein ,Noaberfest/Butternacht‘ in der Michaelskirche, denn dort verlief damals die Grenze“, fügt Bertie Bussink hinzu. Außerdem sollen historische Lastwagen aufgestellt werden – und Brotscheiben mit Butter sollen auch eine Rolle spielen.

Zur Wiedervereinigung Suderwicks war es am 1. August 1963 gekommen. Zuvor hatten die Niederlande nach dem Zweiten Weltkrieg Teile des deutschen Grenzgebiets annektiert – darunter auch am 23. April 1949 einen Teil Suderwicks. Dazu gehörten ein Dutzend Häuser mit 342 Suderwickern. Das entsprach rund einem Drittel der damaligen Einwohner von Suderwick. Bei der Rückgabe an Deutschland kam es zur sogenannten „Butternacht“: Auf vielen Flächen in Suderwick-West wurden Lkws voller Butter, Kaffee und Zigaretten abgestellt. Durch die Wiedereingliederung nach Deutschland befanden sie sich über Nacht in Deutschland, ohne dass sie verzollt werden mussten.

Ein erstes Treffen für die anstehenden Jubiläums-Aktivitäten hat es bereits Ende Januar gegeben. Am kommenden Donnerstag, 2. März, kommt die Arbeits-gruppe um 19.30 Uhr ein weiteres Mal zusammen. Wer dort mitdenken oder Aktivitäten unterstützen möchte, kann im Grenz-blick-Atelier am Hahnenpatt 2 in Suderwick (Eingang Lange Fohre) hinzukommen, betonen die Koordinatoren.

 

Foto: Eine Infotafel auf dem Dorfplatz weist auf die Teilung Suderwicks von 1949 bis 1963 hin. Davor stehen die Initiatoren der Arbeitsgruppe (v.li.) Marijke Verschoor-Boele, Johannes Hoven und Bertie Bussink.

Foto: Frank Vinkenvleugel